Sozialpraktikum 2026 – Drei Wochen vielschichtige Erfahrungen abseits des Schulalltags
Vom 26. Januar – 13. Februar 2026 verließen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe EF das GSC, um ihr dreiwöchiges Sozialpraktikum zu absolvieren. Dabei befanden sie sich in unterschiedlichen Arbeitsbereichen und Einrichtungen, wie z.B. im Krankenhaus, in Seniorenzentren, in der Bahnhofsmission, in Wohneinrichtungen oder Schulen für Menschen mit Einschränkungen oder auch in der Tagespflege. In diesen drei Wochen wurden die Schüler*innen mit vielen neuen und vielschichtigen Erfahrungen abseits des gewohnten Schulalltags konfrontiert und sie erlebten sich selbst dabei auch in einer neuen und ungewohnten, herausfordernden Rolle. Diese Erfahrungen und Erlebnisse während ihrer Arbeit im Praktikum reflektierten die Schülerinnen und Schüler in ihrem Praktikumsbericht sowie zurück in der Schule im Rahmen eines gemeinsamen Stufen-Gottesdienstes sowie in ihrem Religionskurs. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass viele Jugendliche diese Zeit als wertvoll und bereichernd empfunden haben und dass sich ihr Blick auf unsere Gesellschaft verändert hat. Im Folgenden lassen uns einige Schülerinnen und Schüler an ihren Erfahrungen in dieser Praktikumszeit teilhaben. Vielleicht kann dies auch eine Hilfe für künftige Praktikantinnen und Praktikanten sein, die noch auf der Suche nach der für sie geeigneten Praktikumsstelle sind.
Text: Katharina Noël (zuständige Lehrkraft für das Sozialpraktikum)
Meine Zeit an der Maximilian-Kolbe-Schule
Die Maximilian-Kolbe-Schule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige, körperliche und motorische Entwicklung. Sie gehört zur Kinderheilstätte Nordkirchen und fördert Schülerinnen und Schüler in kleinen Lerngruppen besonders individuell, damit sie möglichst selbstständig und selbstbestimmt leben können. Während meines Praktikums durfte ich eine Klasse der SEK. I im Schulalltag begleiten und aktiv im Unterricht unterstützen. Ich wurde herzlich aufgenommen und durfte schnell Verantwortung übernehmen. Besonders beeindruckt hat mich die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen sowie der wertschätzende Umgang miteinander. Am meisten geprägt hat mich jedoch der Aspekt der Inklusion. Im Alltag wurde mir bewusst, dass viele Barrieren für Menschen mit Behinderung für Außenstehende oft unbemerkbar sind. Eine Stufe vor einem Gebäude, fehlende Aufzüge oder schwer verständliche Formulare können schnell zu unüberwindbaren Hindernissen werden. Auch komplizierte Sprache kann Menschen ausschließen, wenn Informationen nicht verständlich zugänglich sind. Dinge, die für viele selbstverständlich sind, können für andere Ausgrenzung bedeuten. Mir wurde klar, dass Inklusion nicht nur bedeutet, gemeinsam in einem Gebäude zu sein, sondern echte Teilhabe zu ermöglichen - im Schulalltag und in unserer gesamten Gesellschaft. Mein Praktikum hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, aufmerksam, respektvoll und unvoreingenommen zu handeln und bestehende Barrieren wahrzunehmen. Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, diese Erfahrung machen zu dürfen. Die Zeit an der Maximilian-Kolbe-Schule hat meinen Blick auf unsere Gesellschaft erweitert und mich persönlich nachhaltig geprägt.
(Fiene Streyl)
In der Bahnhofsmission Münster
Drei Wochen lang durften wir die Arbeit der Bahnhofsmission Münster hautnah miterleben. Die Einrichtung direkt am Hauptbahnhof ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Dazu zählen wohnungslose Personen, Menschen mit Suchterkrankungen, psychischen Belastungen oder Reisende, die kurzfristig Unterstützung benötigen. Die Bahnhofsmission bietet neben warmen Getränken und gespendeten Backwaren auch Gespräche, Hilfe bei Anträgen, Kleiderausgabe sowie Reisehilfen an. Der Arbeitsalltag ist klar strukturiert, aber dennoch unvorhersehbar. Besonders die Früh- und Spätschichten sind intensiv, da dort die Essensausgabe stattfindet und zeitweise ein großer Andrang herrscht. Neben der Ausgabe von Kaffee, Tee und Lebensmitteln gehört auch das Sortieren gespendeter Backwaren, das Vorbereiten von Speisen sowie das Verleihen von iPads zum Alltag. Letztere ermöglichen es Gästen, Bewerbungen zu schreiben oder Online-Angelegenheiten zu erledigen. Gleichzeitig sind Mitarbeiter regelmäßig im Bahnhof unterwegs, um aktiv Hilfe anzubieten. Neben den organisatorischen Aufgaben prägen vor allem die zwischenmenschlichen Begegnungen die Arbeit. Immer wieder kommt es zu außergewöhnlichen oder belastenden Situationen, in denen Ruhe, Empathie und Professionalität gefragt sind. Unterstützung durch Rettungsdienst oder Bundespolizei gehört dabei zum festen Alltag. Trotz der Herausforderungen war die Zeit in der Bahnhofsmission für uns eine prägende Erfahrung. Wir haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen, in schwierigen Situationen besonnen zu handeln und Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, denen im Alltag häufig mit Distanz oder Vorurteilen begegnet wird. Die Arbeit hat unseren Blick auf soziale Problemlagen erweitert und uns gezeigt, wie wichtig niedrigschwellige Hilfsangebote im öffentlichen Raum sind.
(Felix Ickhorn, Till Müller)
Die Werner Tafel
Ich war bei der Werner Tafel und durfte mithelfen, das gelieferte Gemüse zu sortieren, die Garage für den Mittwochmorgen an der Burgstraße in einen kleinen Laden umzuwandeln und schließlich die Lebensmittel auszuteilen. Die Werner Tafel öffnet jeden Mittwoch in den alten Räumen der Firma Tönies in der Burgstraße. Nachdem alles aufgebaut war, wurden Nummern an alle Wartenden verteilt, die Tafelausweise wurden überprüft und die Menschen gingen in geloster Reihenfolge einmal durch den kleinen Laden und bekamen von allen vorhandenen Lebensmitteln etwas in die Hand gedrückt. Dabei konnte ich die Geschichten einiger Tafelgänger und ihrer Familien kennenlernen. Die Werner Tafel versorgt insgesamt ca. 150 Menschen, von denen es alle ziemlich schwer haben. Einige waren früher obdachlos und wegen ihres geringen Einkommens müssen sie ständig bangen, dass ihnen keine weiteren Kosten entstehen. Das ist ein Leben am Limit. Vielen Menschen sieht man gar nicht an, wie schwer sie es haben. Manche kennt man vom Sehen und sie lächeln einem freundlich zu oder fangen ein nettes Gespräch an. Das waren die schönen Momente, wenn z.B. eine Mutter mit ihren Kindern rein kommt und einem viel Spaß beim Praktikum wünscht. Leider habe ich auch mitbekommen, wie dringend die Werneraner die Unterstützung der Tafel brauchen: Als am Ende noch Lebensmittel übrig waren, waren viele froh, dass sie mehr als den üblichen Anteil einpacken durften. Die Ehrenamtlichen der Tafel kennen ihre Besucher genau, sie haben sie schon bei vielen Schwierigkeiten begleitet und manchmal müssen sie auch jemanden trösten oder ermutigen.
(Miriam Lückenkötter)
Im St. Christophorus Krankenhaus
Mein Sozialpraktikum habe ich im St. Christophorus Krankenhaus Werne absolviert. Die Arbeit dort hat mir gezeigt, wie schwer der Job von Pflegekräften ist und hat mir neuen Respekt für diesen wichtigen Beruf gegeben. Die Gespräche mit Patient*innen haben mir die Möglichkeit gegeben, das Krankenhaus aus verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen. Die Gespräche waren allerdings auch nicht immer einfach, da ich in der Unfallchirurgie eingesetzt wurde und viele Patient*innen von ihren Unfällen berichtet haben. Aber auch viele schöne Geschichten wurden erzählt und ich habe wichtige Erfahrungen gesammelt und einen guten Einblick in die Arbeit im Krankenhaus bekommen.
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