Erlebnis Europa von klein auf - Vielfältige Aktionen am Gymnasium St. Christophorus rund um den Europatag am 9. Mai

Titelfoto: Schulleiterin Sandra Crämer konnte für Präsentationen der Partnerstädte Wałcz, Lytham St. Annes und Bailleul Gäste vom Internationalen Club Werne als Experten begrüßen: Heidelore Fertig-Möller, Horst Zühlke und Konrad Günther

Durch besondere Aktionen in mehreren Jahrgängen begingen die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium St. Christophorus den Europatag am 9. Mai: vom 5. Jahrgang über die Jahrgänge 7, 9 und 10 bis hin zum Oberstufen-Jahrgang Q1. Der Bogen spannte sich von einer ersten Begegnung mit Partnerstädten Wernes über Schnupper-Sprachkurse in elf verschiedenen Sprachen, kulinarische Spezialitäten Georgiens und eine Vorstellung der Inhalte des Wahlfachs Creating Europe für die Jahrgänge 9 und 10 bis hin zu einem zweitägigen europapolitischen Planspiel des Jahrgangs Q1 mit dem Titel Global Fashion.

In der fünften Klasse machten die Schülerinnen und Schüler Bekanntschaft mit den Partnerstädten Wernes in Europa – die 5a insbesondere mit Wałcz in Polen, die 5b mit dem englischen Lytham St. Annes und die 5c mit Bailleul in Frankreich. Hierzu kamen Vertreter des Internationalen Clubs Werne in die Schule, die selbst sehr oft in den Partnerstädten gewesen sind und diese kompetent präsentieren konnten: Frau Fertig-Möller konnte auch von dem Beginn der Partnerschaft mit Wałcz in den 90er Jahren erzählen, Herr Zühlke präsentierte viele Photos der englischen Partnerstadt und erzählte von unzähligen Austauschfahrten nach England – erstmals vor nunmehr dreißig Jahren. Herr Günther kennt Bailleul in Nordfrankreich bestens, weil er als Französischlehrer Dutzende von Malen Fahrten dorthin begleitet hat. Auf der Basis der Präsentationen erstellten die Schülerinnen und Schüler Lernplakate, mit denen sich die Mädchen und Jungen der drei Parallelklassen anschließend gegenseitig auch noch die anderen beiden Partnerstädte vorstellen konnten.

Der Jahrgang 7 bekam einen Eindruck von der Vielsprachigkeit Europas: für einen Sprachenparcours wurden elf verschiedene Sprachen angeboten: neben Sprachen wie Italienisch, Spanisch, Kroatisch, Türkisch, Niederländisch, Polnisch und Portugiesisch, für die möglicherweise durch Urlaub das Interesse geweckt worden ist, gab es auch Angebote in Sprachen wie Altgriechisch, Baskisch, Ungarisch und Arabisch. Auch kleinere Sprachen wurden gewählt und konnten angeboten werden. Die Organisation des Sprachenparcours lag dieses Jahr bei Dr. Otmar Kampert, der für ein breites Spektrum an Sprachen gesorgt hat. Die Schülerinnen und Schüler durchliefen gemäß ihrer Wahl vier „Schnupper-Sprachkurse“ à 20 Minuten, die einen ersten Eindruck von einer Sprache vermitteln sollten. Als Kursleiterinnen und -Leiter kamen sechs Mütter bzw. Väter der Schülerschaft, die zum Teil auch Muttersprachler sind und ein Ehemaliger. Sie nahmen sich eigens Zeit, um für diese Aktion in die Schule zu kommen – ein bemerkenswertes Engagement. Ergänzt wurden sie von drei Mitgliedern des Kollegiums und vier Schülern.

Die Teilnehmenden des Wahlfachs Europa im 9. Jahrgang mit ihrem Lehrer Herrn Klumb haben dieses Jahr am NRW-Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ teilgenommen und sich schwerpunktmäßig mit Georgien, dem Land im Kaukasus, beschäftigt. Als Europatagsaktion für den ganzen Jahrgang haben die Schülerinnen und Schüler das Land kulinarisch vorgestellt. So konnte man zum Beispiel Mchadi (Maisbrot), Abchazura (Fleischbällchen) und Kada (Buttergebäck) verkosten.

Auch der Europa-Kurs des Jahrgangs 10 von Lehrer Martin Hersping steuerte einen Beitrag bei. Sie erstellten Plakaten, auf denen die Inhalte des Wahlfachs Creating Europe dargestellt werden, das in den Jahrgängen 9 und 10 angeboten wird. Das Fach verbindet Themen aus Geographie, Geschichte und Politik mit kreativen, gestalterischen Anteilen und auch einem bilingualen deutsch-englischen Modul. Interessierte können sich durch die Plakate ein genaueres Bild von diesem neuen Fach verschaffen.

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen war der Oberstufen-Jahrgang Q1 europapolitisch aktiv. Unter Anleitung von externen Teamern des Civic Institute in Düsseldorf nahmen sie an einem von der Adenauer-Stiftung gesponsorten Planspiel teil, bei dem politische Diskussions- und Entscheidungsprozesse in der Europäischen Union simuliert wurden. Die Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler schlüpften in die Rollen von Mitgliedern des Europäischen Parlaments, des Rates der EU, der Europäischen Kommission und der Medien. Als Thema hatten sie sich im Vorfeld für Global Fashion entschieden: Es ging also um den Import von Kleidung bzw. Mode in die EU, meist aus asiatischen Ländern. Simuliert wurde ein Gesetzgebungsverfahren des Europäischen Parlaments und des Rates, mit erster und zweiter Lesung und vielen intensiven Diskussionen. Es ging um Verbraucherschutz und um die Frage, ob ökologische Standards und Anforderungen an Gesundheitsschutz eher hoch oder niedrig sein sollten. Immerhin schafften die beiden Gruppen des Jahrgangs, die parallel arbeiteten, sich auf ein Gesetz zu einigen. Am Schluss äußerten recht viele der Teilnehmenden, dass sie „erschöpft“ waren nach so vielen Diskussionen und Debatten und dem notwendigen Aushandeln von Kompromissen. So erhielten die Schülerinnen und Schüler wohl einen relativ realitätsnahen Eindruck, wie schwierig und komplex ein Gesetzgebungsverfahren auf europäischer Ebene tatsächlich ist.

 

Text: Dr. Bernhard Helzle-Drehwald

Fotos: Manuel von Harenne

 

Foto: Im Anschluss an Präsentationen von drei Partnerstädten Wernes erstellten die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen Plakate zu Wałcz, Lytham St. Annes und Bailleul, die sie schließlich in der Pausenhalle aufhängten.

Foto: Mehrsprachige Eltern, Ehemalige und auch derzeitige Schülerinnen und Schüler konnte Schulleiterin Sandra Crämer als Kursleiterinnen und -Leiter für „Schnuppersprachkurse“ willkommen heißen. Elf verschiedene Sprachen standen für den Jahrgang 7 bei einem Sprachenparcours zur Wahl.

Foto: Ana Chavez Velazquez aus Costa Rica, derzeit Gastschülerin in der Oberstufe, vermittelte den Siebtklässlern erste Redewendungen ihrer Muttersprache Spanisch.

Foto: Schülerinnen und Schüler des Wahlfachs Europa im 9. Jahrgang boten ihren Mitschülerinnen und Mitschülern typische Speisen aus Georgien an.

Foto: Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 erstellten Plakate zu den Inhalten des Faches Creating Europe, das für die Jahrgänge 9 und 10 angeboten wird. Ein Thema des Unterrichts ist die Begegnung mit Osteuropa.

Foto: Beim Planspiel des Q1-Jahrgangs wurde simuliert, wie in den Institutionen der Europäischen Union Gesetzgebungsverfahren ablaufen. Die Schülerinnen und Schüler erzielten schließlich eine Einigung auf ein Gesetz zum Import von Kleidung bzw. Mode in die EU.

 

- VERÖFFENTLICHT: 21. Mai 2026 -

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