Das Fach Religion

Katholische Religion

Gott ist tot?

Januar 2009: In der Londoner Innenstadt fahren Busse umher mit der Aufschrift: „Gott existiert wahrscheinlich nicht“. Finanziert wird diese Kampagne von einer atheistischen Organisation. Der Spiegel war sich 2002 schon sicherer: Auf seinem Cover versprach er seinen Lesern zu erklären, wie der Glaube im Gehirn des Menschen entsteht. Vor ca. 150 Jahren war sich der Philosoph Friedrich Nietzsche noch sicherer: Er behauptete „Gott ist tot“.

Gott lebt!

Von Beginn seiner Existenz an wurde das Christentum angegriffen, für unsinnig erklärt. Das Kreuz war von Anfang an eine Provokation und bleibt es bis heute; das wird z.B. deutlich, wenn Menschen versuchen, das Kreuz aus Schulen zu entfernen. Ein aufgeklärter Mensch, der sich seines eigenen Verstandes bedient, kann nicht glauben – so die Überzeugung vieler. Doch es bleibt ein „Trotzdem“: Trotz der Jahrtausende währenden Anfeindungen – das Christentum ist weltweit verbreitet. Trotz zurückgehender Zahlen aktiver Gemeindemitglieder – das Christentum übernimmt u. a. in Krankenhäusern, Sozialstationen oder Schulen Verantwortung für unsere Gesellschaft. Trotz der Zusammenlegung von Gemeinden – das Christentum lebt in Gemeinden. Gott ist nicht tot, solange in seinem Namen für die Verbesserung unserer Welt gearbeitet wird. Gott lebt – in uns, durch uns und mit uns.

Befreiung im Glauben

Der Glaube an den christlichen Gott fordert nicht sklavische Unterwerfung, nicht stumpfes Einhalten von Geboten. Im Gegenteil: Wie immer wieder in der Geschichte deutlich wurde, führt der Glaube an den von Jesus Christus verkündigten Gott zur Befreiung des Menschen, zu seinem wahren Ich, mit dem er schon vor seiner Geburt angenommen ist. Schüler unserer Schule haben diese befreiende Botschaft einmal auf folgende Weise versinnbildlicht:

Die christliche Botschaft in den Neuen Medien

Das Christentum ist auch in den neuen Medien präsent. So informieren Websites des Bistums (www.kirchensite.de) und des Vatikans (www.vatican.va) über aktuelle Themen in Kirche und Welt. Aber auch in Podcasts sollen Jugendliche zur Auseinandersetzung mit religiösen Themen in einer altersgemäßen Sprache angeregt werden. So bietet z. B. der hessische Rundfunk in der Reihe „Moment mal“ Beiträge, die ca. 90 Sekunden dauern (http://podcast.hr3.de/momentmal/podcast.xml).

Inhalte des Religionsunterrichtes

Schulcurriculum für die Sekundarstufe I

Schulcurriculum für die Sekundarstufe II

Auswirkungen des Glaubens auf das Schulleben

Auswirkungen des Glaubens auf die Welt

Auseinandersetzung mit anderen Religionen und mit Religionskritik

Das Fach Evangelische Religion am katholischen Gymnasium

Konkret gelebte Ökumene:

Evangelische Religion wird als völlig gleichberechtigtes Unterrichtsfach nach den Vorgaben der Richtlinien und Lehrpläne des Landes Nordrhein-Westfalen am Gymnasium St. Christophorus erteilt. Damit ist es ein wesentlicher Bestandteil der gelebten Ökumene an unserer Schule und führt die Schülerinnen und Schüler zu einem Bewusstsein für die Gleichzeitigkeit von Konfessionalität und Dialog der beiden großen Volkskirchen. Dabei profitiert auch die Ev. Religion von dem Schutz für das Fach Religion insgesamt an einem bischöflichen Gymnasium. So ist z. B. keine Abwahl möglich. Zusammen mit ihren katholischen Klassenkameraden erleben die ev. Schüler Messen, Wortgottesdienste, die Ere-Stunden, Tage religiöser Orientierung und andere Bestandteile religiösen Lebens an der Schule, sie lernen einen christlichen Lebensraum in einer säkularen Welt kennen.

Religiöses Bildungsverständnis:

Im Religionsunterricht geht es inhaltlich dabei um die bewusste und ambitionierte Auseinandersetzung mit der Lebenswelt der Schüler, um die Kontrastierung christlicher Lebensentwürfe mit ihrer manchmal so ganz anderen Jugendkultur und um die Schärfung von Bewusstsein und Positionen. Sinnliche Erfahrungen und kritische Urteilsfähigkeit stehen dabei nebeneinander. Bei dem Kennenlernen von und der Auseinandersetzung mit der ganzen Vielfalt der Geschichte des Christentums und der anderen Weltreligionen sowie den modernen Erscheinungsformen religiösen Lebens sollen die Kinder und Jugendlichen eine wesentliche Dimension menschlichen Lebens und Erlebens aufgeschlossen bekommen. Das führt oft genug zu einer Begegnung mit nicht mehr gelebten christlichen Traditionen und Ritualen. So nennt der katholische Theologe Fulbert Steffenski den Religionsunterricht einen Ort, der „in einer Zeit verlöschender Träume ... eine Art Erinnerungswerkstatt ist; eine Bildungsveranstaltung, in der an den inneren Mustern von Menschen gebaut wird, an ihren Wünschen und an ihrem Gewissen.“ Die Erzählungen von existentiell prägenden Begegnungen mit Gott im jüdisch-christlichen Kulturraum bieten eine besondere Möglichkeit der Auseinandersetzung mit den Bedingungen der eigenen jugendlichen Lebenswirklichkeit.

Konkretes:

Der Unterricht erfolgt in den Jahrgangsstufen 5-10 (G8 5-9) durchgängig zweistündig und wird konfessionell gebunden erteilt. In der Oberstufe folgen Kurse mit 3 Wochenstunden. Die ev. Schüler werden aus allen drei Parallelklassen zu einer Gruppe zusammengesetzt und bleiben so von der Klasse 5 bis zur 13 (G8 bis zur 12) zusammen. Der Unterricht erfolgt durch zwei ev. Kollegen in enger ökumenischer Zusammenarbeit und Absprache mit den katholischen Kollegen. Als Lehrwerk liegt das anspruchsvolle Religionsbuch „Lebenszeichen“ aus dem Verlag Vandenhoeck & Ruprecht vor. Der Lehrplan ist weitestgehend mit der katholischen Fachschaft abgestimmt, Besonderheiten werden unter Inhalte aufgeführt.. Zur Erstellung neuer hausinterner Lehrpläne wird das Erscheinen der Kernlehrpläne abgewartet. In der Sekundarstufe II wird nach den Vorgaben des Zentralabiturs unterrichtet.

 

Inhalte:

Schwerpunktmäßige Inhalte in den einzelnen Klassenstufen sind:

Stufe 5/6:

- Biblisches Erzählen von Erfahrungen mit Gott: Abraham

- Exodus: Aufbruch in ein neues Land (Exkurs: Das jüdische Pessach-Fest)

- Schöpfung: Reden vom Anfang und von der Zukunft

- Wegweisungen: Der Prophet Elia

- Einer, der alles verändert hat – Begegnungen mit Jesus

- Martin Luther – Ein Mönch macht eine folgenreiche Entdeckung

- Psalmen und Gebete – Mit Gott im Gespräch sein

- Das Judentum und seine Lebenszeichen

 

Stufe 7/8:

- Alte Götter – neuer Glaube: Das römische Reich und die Christen

- Eine Kirche – viele Kirchen: Zwischen Ortsgemeinde und Ökumene

- Bekenntnis und Nachfolge: Christsein mit Jesus Christus

- Diakonie: die Arbeit von Wichern und Bodelschwingh

- Propheten Israels: Amos und Jeremia

- Begegnung mit dem Islam

- Christliches Engagement gegen Armut an ausgewählten Biografien

- Jugendkult und Drogenkonsum: Strategien für das Selbstbewusstsein

 

Stufe 9/10:

- Gewissen – Was wir tun und wer wir sind

- Herrschen über Leben und Tod: Menschenbilder

- Christen und Juden – Umkehr heißt Erinnerung

- Auferweckung – Tod und Leben

- Beziehungen - „Und hättet ihr die Liebe nicht...“

- Begegnung mit dem Buddhismus

- Aberglaube, Okkultismus, Satanismus

- Eschatologie – Von der Zukunft der Welt und den Hoffnungen der Bibel

 

Oberstufe: nach den Vorgaben des Zentralabiturs

 

Für die Fachschaft Ev. Religion: Gotlind Schnabel

Back to top

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.