ZecheZollern Foto Ge k

Dass das „Grubengold“ keinesfalls Wohlstand für alle brachte, erfuhren die Schüler/innen des Geschichtsleistungskurses der Q 1 heute beim Besuch der ehemaligen Zeche Zollern und ihrer Zechensiedlung in Dortmund. Von der herrschaftlichen Architektur des Verwaltungsgebäudes bis zum niedrigen Tresen der Lohnausgabe, der den Empfängern einen Bückling abverlangte – alles war in der Zechenarchitektur darauf angelegt zu zeigen, welche Rolle die Arbeiter politisch und sozial zu spielen hatten: keine.

Die oft kinderreichen Bergarbeiterfamilien kamen nur mit Hilfe ihrer Kleingärten, in denen auch Kleinvieh gehalten wurde, mehr schlecht als recht über die Runden. Katastrophal wurde es, wenn ein Bergmann krank wurde oder verunglückte – dann verlor seine Familie nämlich nicht nur den Lohn, sondern auch Wohnung und Garten. Denn die gehörten den Zechenbesitzern. Kein Wunder, dass die Häuser der Zechensiedlung von der pompösen Direktorenvilla über die geräumigen Steigerwohnungen bis zum Kostgängerbett des Hilfsarbeiters die soziale Hierarchie innerhalb der Zeche genau widerspiegelte. Auch wenn die Siedlung in Bövinghausen um 1900 entstand: Wenn man quer durch Dortmund von Süden nach Norden fährt, darf man zweifeln, ob diese Zeiten wirklich vorbei sind…

 

Text und Foto: Dr. Christian Schmidtmann

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