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"Ahlan wa sahlan fil kahera" ("Herzlich willkommen in Kairo"), so wurden wir häufig begrüßt von neuen und bekannten Kolleginnen und Kollegen an der Deutschen Evangelischen Oberschule ("DEO"). Inzwischen sind wir schon drei Wochen in Kairo und haben zwei Wochen unterrichtet. Einiges ist uns schon bekannt, aber in den letzten Jahren hat sich auch viel verändert.

Wir hatten es geahnt, aber man kann es sich kaum vorstellen: Temperaturen von 38 Grad, Lärm, Verkehr, dichtes Menschengedränge, aber kein Chaos. Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und offenherzig.

 

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Der Straßenverkehr reicht von dicht bis "nichts geht mehr". Jeder sucht sich seinen Weg , auch mal gegen die Fahrtrichtung. Gehupt wird andauernd, manchmal nur aus reiner Mitteilungsfreude.
Ein Ägypter sagte mir, daß man auch Schimpfworte hupen könne und zwar in einer bestimmten rhythmischen Folge. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig Unfälle passieren, da die Sicherheitsreserve oft gegen Null geht.

 

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Mit ein bisschen Arabisch kommt man schon sehr weit. Die Ägypter freuen sich, wenn man ihre Sprache versucht und selbst martialisch aussehende Sicherheitsbeamte lachen, wenn man schwierige Laute des Arabischen zu formulieren versucht.

Am ersten verlängerten freien Wochenende mussten wir, wohin? Natürlich in die Wüste. "Warum wollt ihr Ausländer immer in die Wüste?", fragen die Einheimischen. "Weil es da so ruhig ist". "Aber da ist doch nichts los, da ist doch niemand!" "Gerade deswegen wollen wir dorthin." Dieser Dialog veranschaulicht grundlegend unterschiedliche Lebenseinstellungen: Ägypter lieben die menschliche Enge, das laute Feiern, laute Musik in allen Altersstufen, wir Europäer wünschen uns mehr Distanz, weniger Emotionalität, nüchternes Überlegen. Aber beide Seiten können voneinander lernen und den Schüler und Schülerinnen der DEO  gelingt es oft ,beide Seiten überzeugend miteinander zu verbinden.

 

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Zurück zu unserem ersten Ausflug: es geht nach Dashur, einem Pyramidenkomplex ca. 35 km südlich von Kairo. Es gibt drei Pyramiden, von denen die sogenannte "Knickpyramide" eine der am besten erhaltenen Pyramiden Ägyptens ist. Bei ihr kann man noch die originalen glattpolierten Decksteine bewundern. In einiger Entfernung steht die Rote Pyramide, sie erscheint bei Sonnenuntergang in einer rötlichen Farbe. Die dritte Pyramide ist die "Schwarze Pyramide ", sie ist aus Millionen von Nilschlammziegeln erbaut und mit ihren dreitausend Jahren schon stark verwittert.

 

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Wir hätten es wissen müssen, es war natürlich viel zu heiß in der Wüste und außer einem kleinen Rundgang konnten wir nichts machen, ab ins klimatisierte Auto! "Aber einige Kilometer südlich soll es noch einen See geben", sagte Birgit (Birgit ist die Frau von Rainer Schwarz) und wir fuhren über pistenähnliche Wege in die Richtung. Der See erwies sich als Idyll in der Wüste, mit den Dashur-Pyramiden im Hintergrund. Am Seeufer wurden wir herzlich eingeladen von einer bäuerlichen Großfamilie, die mit einem Pferdefuhrwerk vom ca. 15 km entfernten Ort Sakkara zum Picknick an das Seeufer gefahren war. Natürlich nahmen wir die Einladung zum Essen gerne an und setzten uns auf die ausgebreiteten Bastmatten. Es gab gebratene Hühnchen, Reis, verschiedene Gemüse und Salat. Gegessen wurde mit Löffeln aus größeren Schüsseln oder direkt in den Brotfladen gefüllt. Dazu gab es Wasser aus der Kühlbox und Mirinda. Nach dem Essen rauchten die Männer die übliche Shisha. Gegenseitiges Photographieren wurde mit Heiterkeit aufgenommen, auch die Mädchen hatten ihre Handys dabei. Ein freundliches Lächeln und ein paar Worte Arabisch haben uns einen eindrucksvollen Nachmittag bereitet.

 

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Auf dem Rückweg dann  fuhren wir durch  Palmenhaine, in denen gerade die Dattelernte läuft. Auf der Landstraße dann eine typische Verkehrssituation (siehe Bild): rechts ein abgestellter Traktor, links ein langsames Fahrzeug, dann ein entgegenkommender schwerbeladener LKW und zu guter letzt noch eine der häufigen Bodenwellen, welche ganz brutal die Geschwindigkeit reduzieren sollen. Was ist zu tun? Am besten Hupen, bremsen und wenn es passt, vor dem LKW die Engstelle passieren. So hat es dann auch geklappt, hamdulillah.


Bis danne
Rainer Schwarz aus Kairo

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