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Der ERE-Raum Im Jahr 2003 wurde in der Schulkonferenz das ERE-Konzept (ERE = Ermöglichung religiöser Erfahrung) als Bestandteil unseres Schulprogramms verabschiedet. Seitdem wird den Klassen fünf bis neun eine Unterrichtsstunde im ersten oder zweiten Schulhalbjahr zur Verfügung gestellt, um in kreativer und erfahrungsorientierter Weise Räume religiösen Erlebens zu erschließen.

Den ca. 25 Kolleginnen und Kollegen, die bei dem Projekt mitarbeiten, wurde schnell klar, dass über die Möglichkeiten des Klassenraums und der Schulkapelle hinaus ein Raum wünschenswert wäre, der den speziellen Anforderungen des ERE-Projektes besser entspricht.

 

Nach etwa halbjähriger Bauzeit war der ehemalige Raum K 01 im Untergeschoss soweit umgebaut und gestaltet, dass er für die ERE-Stunden genutzt werden konnte. Dazu war es erforderlich gewesen, mit nicht unerheblichem finanziellen Aufwand den gesamten Estrich zu sanieren sowie Zwischenwände einzusetzen, die den Raum nunmehr in einen kleinen Vorraum und einen großzügig gefassten Meditationsraum einteilen.

 

Am Eingang werden die Schülerinnen und Schüler zunächst aufgefordert, ihre Schuhe auszuziehen und in die dafür angefertigten Regale im Vorraum zu stellen. Wenn Sie danach den mit einem erdfarbenen Teppichboden belegten Meditationsraum betreten, findet jeder seinen Platz auf den Sitzkissen, die von einer Hamburger Werkstatt für Arbeitslose hergestellt wurden. Die Fensterflächen und eine Stirnwand sind mit beigen Vorhängen behangen, die Eingangseite ist zu beiden Seiten des Durchgangs mit bordeauxroten Flächen gestaltet. Wenn dann die große Schiebetür des Raums geschlossen wird, strahlt der Raum einer Atmosphäre von Ruhe und Harmonie aus, die sich unmittelbar auf das Erleben der Schülerinnen und Schüler auswirkt.So bietet dieser neue Raum Möglichkeiten zur Meditation, zu Entspannungsübungen, zu Kommunikationspielen und zu intensiven Gesprächen in einer Umgebung, die ganz und gar den nüchternen Schulalltag vergessen lässt.

 

Erfahrungen mit den Klassen, die sich zu den ERE-Stunden in diesem Raum treffen, zeigen, dass der ERE-Raum von allen begeistert angenommen wird. Hier ist sozusagen eine Insel geschaffen worden, die dazu beiträgt, dem in der Gesellschaft wie auch in der Schule immer mehr vorherrschenden Beschleunigungsprinzip etwas entgegenzusetzen. Gerade in Zeiten von G 8 (der Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Schuljahre) trägt der ERE-Raum dazu bei, Prozesse zu entschleunigen und die für unser aller Leben bedeutsamen Erfahrungen von Muße und Zweckfreiheit auch in der Schule als Teil ganzheitlicher Bildung zu verankern. 

 

Gleichwohl soll der ERE-Raum keine Konkurrenz zu unserer Schulkapelle sein. Mit den oben beschriebenen Inhalten tragen die Erfahrungen, die Schülerinnen und Schüler in diesem Raum machen, dazu bei, Elemente der Stille und der Sammlung einzuüben, die wesentliche Teile unserer wie auch jeglicher Gottesdienste sind. So schafft das Kreuz, das Schülerinnen und Schüler geschaffen haben, die Verbindung zu unserem Gottesdienstraum, dem inneren Zentrum unserer Schule. 

 

Die gesamte Schul-Gemeinde, insbesondere auch die an dem ERE -Projekt beteiligten Kolleginnen und Kollegen danken dem Bistum sowie dem beteiligten Architekten und den ausführenden Firmen dafür, dass dieser Raum als bedeutsamer Baustein für unsere Schulkultur im Sinne des neu formulierten Leitbildes der katholischen Schulen im Bistum Münster „…damit der Mensch sein Ziel erreicht“ geschaffen wurde. 

 

Klaus-Peter Klima

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