Die Medienerziehung stellt einen zentralen Bestandteil im Medienkonzept des Gymnasiums dar.

Dies soll auch der katholischen Eigenprägung der Schule Rechnung tragen. Demnach beschränkt sich die zu vermittelnde Medienkompetenz nicht nur auf zu erwerbende Fertigkeiten im Bedienen und Anwenden von Medien, sondern umfasst auch den reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit ihnen.

Der Fokus liegt dabei auf den digitalen Medien, da sie in der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler eine dominante Position innehaben und die Möglichkeiten des Missbrauchs hier besonders groß sind.

Als Steuerungsinstrument für die Medienerziehung am Gymnasium St. Christophorus dient der „Medienpass NRW“, eine Initiative, die 2010 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, Medienkompetenz im Schulalltag zu verankern. Im Medienpass wird ähnlich wie in den für die einzelnen Fächer geltenden Kernlehrplänen ein breites Spektrum von Medienkompetenzen formuliert, v. a. auch im Hinblick auf eine Medienerziehung.

Die in diesem Rahmen bislang durchgeführten und geplanten Maßnahmen, um diese Kompetenzen an unserer Schule zu fördern, sollen daher im Folgenden als Bausteine zur Medienerziehung kurz vorgestellt werden:

Baustein 1: Medienscouts

An unserer Schule verfügen wir derzeit über vier Medienscouts aus den Jahrgangsstufen 9 und 10, denen zwei Lehrkräfte als Mentoren zur Seite stehen. Geplant ist zudem die Aus- bzw. Fortbildung weiterer Kolleginnen und Kollegen bzw. Schülerinnen und Schülern zu Medienscouts Das von der Landesanstalt für Medien NRW ins Leben gerufene Projekt „Medienscouts NRW“ verfolgt als Schwerpunktziel, den verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Es basiert auf dem Grundsatz der peer-to-peer-Beratung, bei der in diesem Fall Schülerinnen und Schüler ihre Mitschülerinnen und Mitschüler über Chancen und Risiken digitaler Mediennutzung aufklären und sie dabei beraten.

Die Schülerinnen und Schüler wurden dazu in einem mehrtägigen Lehrgang zusammen mit Lehrerinnen und Lehrern ihrer Schule zu sog. „Medienscouts“ ausgebildet. Die Ausbildung umfasst z. B. folgende Themenbereiche:

„Internet und Sicherheit“,

„Cybermobbing“,

„Computerspiele“,

„Online-Communities“,

„Handy“,

„Kommunikationstraining“,

„Beratungskompetenz“ etc.

Die Medienscouts erfüllen fünf wichtige Funktionen:

Organisation und Gestaltung außerunterrichtlicher Projekte zur Medienerziehung für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern im Hinblick auf die Prävention des Missbrauchs digitaler Medien, z. B.: Projektstunden im Rahmen der Orientierungsstunden für die Jahrgangsstufe 5 und 6: „Das Netz vergisst nichts!“ – Verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Social Communities; Spielenachmittag für Eltern und Schülerinnen und Schüler: Chancen und Risiken von Computerspielen

Organisation und Gestaltung außerunterrichtlicher Projekte zur Medienerziehung im Hinblick auf die Reaktion auf spezielle Fälle des Medienmissbrauchs, welche die Klassen- oder Schulgemeinschaft betreffen, z. B. Fälle von Cybermobbing oder problematischen In-App-Käufen.

ständige Angebote zur individuellen Beratung rund um die Nutzung digitaler Medien für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, z. B.: Beratungspause: Wie stelle ich mein Facebook-Profil sicher ein? Welche Software sollte ich sinnvollerweise zum Schutz meines Smartphones, Computers etc. installieren?

Bindeglied zwischen Schülerschaft und Lehrerschaft bzw. den Eltern

Vorbild für den verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien v. a. für die Unterstufenschülerinnen und –schüler

Baustein 2: Elterninitiative „Medienerziehung“

Über die Elternrunde ist eine Elterninitiative entstanden, die umfangreiche Überlegungen zur Beteiligung an der Medienerziehung an unserem Gymnasium angestellt und dazu konkrete Vorschläge entwickelt hat, die in erster Linie die Sorgen und Unsicherheiten von Eltern im Umgang mit ihren Kindern hinsichtlich der Chancen und Risiken digitaler Medien im Blick haben. Dabei soll das im Bereich der Medienscouts angewendete Prinzip der „peer-to-peer-education“ auf anderer Ebene fortgesetzt werden, indem die Angebote zur Medienerziehung von Eltern für Eltern konzipiert werden.

Es werden zur Zeit folgende Aufgaben bearbeitet: Aktivierung der Klassenpflegschaften; z. B. Erfahrungsaustausch bei den Elternstammtischen Integration der Medienscouts / Paten in Arbeitsgruppen mit Lehrern und Eltern Organisation von Vorträgen und Schulungen durch Fachleute „Elternführerschein digitale Medien“ Informationsveranstaltungen / Elternabende / Tutorials durch medienkompetente Eltern

Baustein 3: Anbindung der Medienerziehung an die Fachcurricula

Im Fachunterricht bieten sich generell vielfältige Möglichkeiten, Medienerziehung durchzuführen und die dafür relevanten, im Medienpass formulierten Kompetenzen auszubilden. Um allerdings eine verbindliche und koordinierte Medienerziehung durch den Unterricht zu gewährleisten sollen dafür zuständige Kernfächer definiert werden. Als fest im Medienerziehungskonzept verankerte Kernfächer eignen sich die Fächer Deutsch, Sozialwissenschaften und Religion. Hier besteht aufgrund der hohen inhaltlichen Affinität dieser Fächer zum Thema Medienerziehung die Möglichkeit, bereits bestehende Unterrichtsreihen zu benennen oder ggf. zu modifizieren bzw. neue Unterrichtsreihen zu entwickeln, welche die Entwicklung der entsprechenden Medienkompetenzen in den Fokus stellen. Auch das Fach ERE kann im Hinblick auf die Ausbildung von Empathiefähigkeit z. B. beim Thema „Cybermobbing“ einen wichtigen Beitrag zur Medienerziehung leisten.

Baustein 4: Expertenvorträge

Experten, die sich außerhalb des Schulbetriebs mit der Medienerziehung und Phänomenen, die diesen Bereich betreffen auseinandersetzen, können durch ihre Fachkompetenz und Autorität wichtige Impulse und Gesprächsanlässe bieten, die vor allem auf einer aktuellen, wissenschaftlich fundierten oder erfahrungsgesättigten Grundlage beruhen. Als außerunterrichtliche Maßnahme zur Medienerziehung soll daher in den Jahrgangsstufen 7 und 8 pro Schuljahr jeweils ein Expertenvortrag für Lehrerinnen, Lehrer und Eltern stattfinden und ein Expertenvortrag, der die Schülerinnen und Schüler als Zielgruppe in den Mittelpunkt stellt.

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