„World Vision“ – Kinderpatenschaften für eine bessere Welt

 

Seit dem Schuljahr 2007/2008 gibt es an unserer Schule „World-Vision“-Kinderpatenschaften als beständige Einrichtung.

„World Vision“ wurde Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts gegründet und unterhält heute weltweit Büros, um Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern. Seit 1979 existiert „World Vision“ als eigenständiger Verein auch in Deutschland; durch diesen werden inzwischen mehr als 120.000 Jungen und Mädchen über Kinderpatenschaften unterstützt.

„World Vision“ orientiert seine Arbeit an dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Wer eine Patenschaft übernimmt, bekommt ein Kind zugewiesen, das fortan individuell gefördert wird – durch medizinische Versorgung, durch Unterricht, durch Ernährungsunterstützung und sonstige Betreuung. Da dieses Kind jedoch nicht isoliert gesehen werden kann, kommt das Geld zugleich auch der jeweiligen Familie, dem Dorf und sogar der Region zugute, so z. B., wenn es um Brunnen- und Straßenbau geht oder darum, eine Schule zu bauen, an welcher das Patenkind dann Unterricht erhalten kann. Ein besonderes Anliegen von „World Vision“ ist es, bei allen Projekten die Bewohner der jeweiligen Region miteinzubeziehen; entsprechend werden die Projektkomitees aus „World-Vision“-Mitarbeitern und Einheimischen gebildet.

„World Vision“ in Deutschland trägt das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Berlin, das den verantwortungsvollen Umgang mit Spenden und Fördergeldern prüft und bestätigt. Der jeweilige Jahresabschlussbericht von „World Vision“ kann unter www.worldvision.de eingesehen werden. Seit vielen Jahren schon gab es immer wieder Klassen und Kurse an unserer Schule, die Kinderpatenschaften übernahmen. Dann aber wurde von Schülern angefragt, ob solche Unterstützung nicht institutionalisiert werden könne.

Mit diesem - vom Schulleiter befürworteten - Vorschlag befassten sich Lehrerkonferenz, Schulpflegschaft und Schulkonferenz, die sich schließlich mit großer Mehrheit dafür aussprachen, dass jeweils in der Jahrgangsstufe 6 ein Patenkind übernommen werden solle. Monatlich müssen 30,- € aufgebracht werden, ein Betrag, den von ca. 100 Kindern einzusammeln nicht schwierig ist. Kinder in diesem Alter sind rasch zu begeistern, sodass zunächst sogar mehr als eine Patenschaft möglich zu sein scheint. Allerdings ist zu bedenken, dass auch Ferienzeiten überbrückt werden müssen und dass die Sammelleidenschaft mit zunehmendem Alter normalerweise eher abnimmt. Auch soll unbedingt die Freiwilligkeit gewahrt werden, weshalb das Sammeln des Geldes im Religionsunterricht diskret erfolgt und nicht Forderungscharakter hat. Idealerweise begleitet eine Jahrgangsstufe ihr Patenkind über mehrere Jahre; falls jedoch eine Jahrgangsstufe das nötige Geld nicht mehr aufbringen sollte, kann das Patenkind von der jeweils neuen Jahrgangsstufe 6 übernommen werden.

Inzwischen haben wir vier Patenkinder in vier Jahrgangsstufen (7 - 10). Bisher gab es kaum Probleme, die monatlich nötige Summe aufzubringen. Überschüssiges Geld wurde an andere Hilfsorganisationen überwiesen, vornehmlich an die Bosnien-Hilfsaktion, für welche wir zweimal im Jahr eine Sammlung nicht nur von Kleidung, Lebensmitteln etc., sondern auch von Geld durchführen. Entscheidend sind in jedem Fall die Vorschläge der Schüler, über die in den Religionskursen diskutiert und schließlich abgestimmt wird.

Die Übernahme von „World-Vision“-Patenschaften entspricht dem christlichen Profil unserer Schule, aufgrund dessen der „Option für die Armen“ hohe Bedeutung zukommt. Im Zeitalter der Globalisierung wird der Blick geweitet über Deutschland und Mitteleuropa hinaus, die im Weltmaßstab durchaus als Luxus-Minderheit gelten können. Die Patenschaften bieten immer wieder Anlass, die Not in der Welt zu bedenken, sie als Appell aufzufassen, sich der eigenen Lage dankbar bewusst zu werden und aus dieser Dankbarkeit heraus anderen zu helfen. Dabei wirkt besonders motivierend, dass es Kinder sind, die unterstützt werden, Kinder, die - wie unsere Schüler – gute Chancen erhalten sollen, ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Angelika Senge

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