Die Romfahrt 2012

 

Zu Fuß durch Rom - EF-Latein-Kurse in der „Ewigen Stadt“ - ein Erlebnisbericht von Franziska Oelze:

 

"Am Donnerstag, dem 7. Juni 2012, war es endlich so weit! Voller Vorfreude und Erwartungen versammelten sich 64 Lateinschüler, Herr Dr. Vogel, Frau Gutschera und Frau Kovermann um 6 Uhr morgens, mehr oder weniger ausgeschlafen, an der Bushaltestelle vor der Schule.

Es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom... - wir wurden von zwei großen Reisebussen zum Düsseldorfer Flughafen gebracht und gelangten von dort mit dem Flugzeug in die „Ewige Stadt“.

Als wir gegen Mittag den Zielflughafen erreichten, empfingen uns erneut zwei Busse, die uns zu unserer Unterkunft bringen sollten, und das typische römische Wetter: Sonne, blauer Himmel, 30°C. ?

Das Kloster, in dem wir die Nächte verbrachten, lag mitten in Rom in der Nähe der Piazza Navona und gehörte dennoch zum Vatikan. Von dort war so ziemlich alles schnell zu Fuß zu erreichen.

 

Nachdem uns ein Pater die Hausordnung erklärt hatte, mussten wir uns zuerst die 130 Stufen zu unseren Zimmern hinauf kämpfen. Da erwartete uns ein erster Kultur-Schock: Herr Dr. Vogel erwähnte zwar vorher, dass wir keine 5-Sterne-Hotel-Zimmer haben werden, doch die Räumlichkeiten ließen uns die deutschen Standards schätzen lernen.

Doch es blieb nicht viel Zeit, um sich über die eher weniger schönen Verhältnisse aufzuregen, denn ein ausgiebiges Kulturprogramm stand auf dem Tagesplan. Zuerst allerdings suchten wir einen Supermarkt auf, um uns gegen die Hitze mit Wasser zu bewaffnen. Dann ging es zur Piazza Venezia, zum Colosseum, zur Kirche San Clemente und zum Circus Maximus, den wir zwar aus den Lateinbüchern und Filmen kannten, aber nicht wiedererkannten – er glich einem Fußballfeld, auf dem ein paar Jogger ihre Runden drehten. Von dort ging es am Marcellustheater vorbei zurück zu unserem Quartier. Weil es schon später als geplant war, entließen uns die Lehrer dann und wir suchten in Kleingruppen nach dem erstbesten, typisch italienischen Restaurant und genossen danach noch ein wenig das Nachtleben Roms auf der Piazza Navona.

 

Am nächsten Morgen hieß es schon wieder viel zu früh: Treppen steigen. Zusammen erklommen wir die gefühlten 1000 Stufen, die zur Kirche Santa Maria in Aracoeli auf dem Kapitol führten, doch der Ausblick auf die Skyline von Rom und der Besuch der Kirche (der ersten von „tausend“ Kirchen…) waren den mühsamen Aufstieg wert. Danach schlenderten wir durch die Kapitolinischen Museen, in denen wir berühmte Kulturgüter wie die Kapitolinische Wölfin bewundern konnten.

 

Weiter ging es durch die brennende Sonne über das Forum Romanum, wo wir in der Curia des Senats waren und den Titusbogen kennenlernten, und auf den Palatin, wo wir die hochsommerlichen Temperaturen bei ein bisschen Freizeit genießen konnten. Doch die Lehrer gönnten uns keine Kulturpause – kaum hatten wir uns ein bisschen erholt, ging es schon weiter zu den Vatikanischen Museen. Trotz der Anstrengungen des Tages versuchten wir vor der Laokoon-Gruppe, dem schönen Apollo von Belvedere und den Stanzen (Gemälden) Raffaels den interessanten Referaten zu folgen. Den Museumsbesuch beendeten wir dann mit der Besichtigung der Sixtinischen Kapelle, dessen Atmosphäre durch das beeindruckende Deckengewölbe und die Malereien zwar etwas Besonderes war, aber durch den Geräuschpegel der vielen Touristen gestört wurde.

 

Spätestens nach diesem Trip taten alle noch vorhandenen Füße so weh, dass wir von den Lehrern freundlicherweise Freizeit bekamen, um nach etwas Essbarem zu suchen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

 

Am nächsten Tag durften wir endlich (!!!) die Metro benutzen, um zu unserem Ziel, San Paolo fuori le mura mit dem Paulus-Grab, zu gelangen. Von dort aus ging es zu Fuß weiter zu den Calixtus-Katakomben. Als wir aus den dunklen, unterirdischen Gängen wieder ans Tageslicht traten, legten wir eine Ruhepause ein. Es erwartete uns zum ersten (und einzigen) Mal auf unserer Fahrt leichter Regen, der sich allerdings schnell wieder legte, als es weiter zu San Giovanni in Laterano ging. Die Lateranskirche gilt als „Haupt und Mutter aller Kirchen“ und ist die Kathedralkirche des Papstes als Bischof von Rom. Nachdem wir die Pracht dieser Kirche bestaunt hatten, fuhren wir mit der Metro zur Piazza del Popolo. Dort angekommen hatten wir Zeit, durch die Einkaufsstraßen – besonders die Via del Corso mit dem Goethehaus - zu schlendern und ordentlich zu shoppen oder ein Eis zu essen.

 

Danach besuchten wir zusammen die Ara Pacis und sahen auf dem Weg zurück ins Kloster die Spanische Treppe und den Trevibrunnen, an dem viele in den Aberglauben verfielen und eine Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter ins Wasser warfen. Wer das tut, käme wieder nach Rom zurück, sagt der Brauch. Und uns war jetzt schon klar: das wollten wir alle!

 

Nachdem wir uns wieder bei einem Eis er-holt hatten, fieberten alle dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-EM entgegen. Ein Teil schaute sich das Match in Kleingruppen an, der Rest versammelte sich in einer kleinen Kneipe mit den drei Lehrern, in der wir alle ordentlich für Stimmung sorgten! ?

 

Viel zu früh mussten wir am nächsten Morgen nach einer weiteren kurzen Nacht aus den Betten – der letzte Tag in Rom stand auf dem Programm. Zuerst ging es in einen deutschen Gottesdienst in Santa Maria dell’Anima; für die evangelischen Schüler bot sich die Alternative, den evangelischen Gottesdienst in der Christuskirche zu besuchen.

 

Um zwölf Uhr trafen wir uns dann alle mit vielen tausend weiteren Touristen aus der ganzen Welt auf dem Petersplatz, um auf das Highlight der Fahrt zu warten: den Papst. Als er uns in seinem Gebet auf Deutsch begrüßte, war der Jubel groß, auch wenn er uns nicht direkt als Gruppe erwähnte.

 

Danach konnten wir mit unseren eh schon müden Füßen die Kuppel des Petersdoms besteigen (551 Stufen – wir haben mitgezählt!). Doch der Ausblick war die Anstrengung wert: bei wunderschönem Sonnenschein konnte man kilometerweit über ganz Rom sehen.

 

Nach der Besichtigung des Petersdoms, der Engelsburg & -brücke und des Pantheons stellte uns Herr Dr. Vogel dank Frau Gutscheras und Frau Kovermanns Überzeugungskraft frei, ob wir uns noch die letzte der vier Papstkirchen ansehen wollten. Letztendlich begleiteten 7 Leute Herrn Dr. Vogel, Frau Gutschera und Frau Kovermann zur Santa Maria Maggiore – der Rest hatte keine Kraft mehr. ? Und als Bonus erhielt diese Kulturgruppe noch eine Besichtigung von San Pietro in Vincoli mit der berühmten Moses Statue von Michelangelo und dem Grab des Nikolaus von Kues.

 

Am Abend ließen wir die unvergessliche Reise zusammen bei Salat, Pasta und Pizza in einem Restaurant gemütlich ausklingen. Als Dank für ihre Geduld mit uns schenkten wir den Lehrern Souvenirs und Herr Dr. Vogel ließ uns netterweise ein Glas Bier oder Wein trinken ?.

 

Als wir gegen 23 Uhr in unsere Zimmer zurückkehrten, war die Lust auf Durchmachen verflogen. Alle wollten einfach nur noch in ihr Bett und von der wunderschönen Zeit in Rom träumen.

Doch viel Zeit zum Schlafen blieb nicht. Denn am nächsten Morgen mussten alle wieder früh aufstehen, die letzten Koffer mussten noch gepackt werden. Pünktlich um 9 Uhr stand der Bus vor der Tür, um uns zum Flughafen zu bringen.

 

Kurze Zeit später schwebten wir schon, mehr oder weniger schlafend, über den Dächern von Rom.

 

Zum Ende bleibt zu sagen, dass die Reise ein voller Erfolg war (vielleicht nicht unbedingt für unsere Füße) und wir Rom und seine Sehenswürdigkeiten - dank der sehr ausführlichen Führungen der Lehrer -so schnell nicht vergessen werden.

 

Ein großes Dankeschön geht also an Frau Kovermann, die immer für einen Witz und eine Runde chillen gut war, und natürlich an Frau Gutschera und Herrn Dr. Vogel, die die Reise organisierten und uns immer weiter dazu aufmunterten, trotz der schmerzenden Füße weiterzulaufen. Danke! ?

Also dann. Ciao, bella Italia! Hoffentlich sehen wir uns bald wieder! ?"

 

Franziska Oelze

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